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Essen und Trinken in Belgien

Waffeln, Pommes frites, Bier und Spezialitäten

Waffeln, Pommes frites und Bier gehören zu Belgien, dazu kommen die Gerichte der Regionen: Waterzooi und Stoverij in Gent, Stoemp in Brüssel, Fleischbällchen mit Sirup in Lüttich.

Restaurantterrassen am Markt in Brügge
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Waffeln aus Lüttich und Brüssel

In Belgien werden zwei Waffelsorten gebacken, die sich in Form, Teig und Art des Verkaufs unterscheiden. Die Lütticher Waffel stammt aus der gleichnamigen Stadt in Wallonien. Sie ist kleiner, rundlicher und kompakter als die Brüsseler Waffel. Im Teig stecken kleine Stücke Perlzucker, die an den Rändern karamellisieren, und sie duftet nach Vanille und Karamell. Verkauft wird sie meist warm und in Papier eingeschlagen, an Waffelwagen und in kleinen Läden.

Die Brüsseler Waffel ist groß und streng rechteckig, außen knusprig und innen luftig. Leicht wird sie durch geschlagenes Eiweiß, der Teig selbst ist anders als in Lüttich ungesüßt. Serviert wird sie im Café auf Teller oder Tablett, mit Puderzucker bestäubt oder mit Schokolade, Obst, Sahne oder Eis. Mehr über die Hauptstadt steht auf der Seite Brüssel.

Pommes frites aus der Frittenbude

Belgische Pommes frites werden traditionell aus der Kartoffelsorte Bintje geschnitten. Entscheidend ist das zweite Frittieren, das sie außen knusprig macht. Gesalzen wird leicht, die häufigste Sauce ist Mayonnaise.

Verkauft werden sie in der Frittenbude, auf Flämisch frietkot oder frituur. Frittieren gilt dort als Handwerk, und jede Frittenbude hat ihren eigenen Geschmack. Oft ist sie ein Familienbetrieb und zugleich ein Treffpunkt im Ort. Seit 2014 steht die belgische Frittenbudenkultur im flämischen Inventar des immateriellen Kulturerbes.

Muscheln und Garnelen

Muscheln mit Pommes frites waren im 19. Jahrhundert ein Arbeiteressen für den Freitag, den traditionellen Fischtag. Die Muscheln kamen aus der Nordsee und wurden an den Kais von Gent, Brüssel und Antwerpen verkauft. Ihre Saison reicht von Juli bis Februar.

Aus grauen Garnelen entstehen Garnelenkroketten: Die Garnelen werden mit Béchamelsauce gebunden, paniert und frittiert und mit frittierter Petersilie und Zitrone serviert.

Belgisches Bier

Die Bierkultur in Belgien steht seit 2016 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO. Bier wird im ganzen Land mit unterschiedlichen Gärverfahren gebraut, im Alltag wie zu Festen getrunken und in der Küche verwendet, etwa für mit Bier gewaschenen Käse. Wie Wein wird es auch passend zu Speisen ausgewählt.

Zu den bekannten Stilen gehören Trappistenbiere, Weißbiere, Fruchtbiere, Geuze und Lambik. Lambik ist ein spontan vergorenes Bier aus dem Pajottenland.

Das Zeichen „Authentic Trappist Product“ der Internationalen Trappistenvereinigung tragen Biere, die in unmittelbarer Nähe einer Abtei unter Aufsicht der Mönche oder Nonnen gebraut werden. Die Erlöse kommen der Gemeinschaft oder sozialen Zwecken zugute. In Belgien sind es Biere aus fünf Abteien: Chimay, Orval, Rochefort, Westmalle und Westvleteren. Die jeweils gültige Liste führt die Trappistenvereinigung.

Brauerorganisationen setzen sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol ein. Für Autofahrer gilt in Belgien eine Promillegrenze von 0,5, weitere Verkehrsregeln stehen unter Reiseinformationen.

Spezialitäten der Regionen

Waterzooi stammt aus Gent. Ursprünglich wurde der Eintopf mit Fisch aus Leie und Schelde zubereitet, später mit Huhn, und beide Varianten sind bis heute verbreitet. Dazu gehören Möhren, Lauch, Sellerie, Kartoffeln und Sahne. Stoverij, ein Rindfleischeintopf mit Zwiebeln, Bier und Gewürzen, ist in ganz Flandern bekannt, von Brügge bis Antwerpen. In Gent kommt Brot mit Senf in den Topf. Cuberdons, kegelförmige Süßigkeiten mit Himbeergeschmack, heißen auch neuzekes. Wegen ihrer kurzen Haltbarkeit gibt es sie nur in Belgien.

Zu den Spezialitäten der Hauptstadt gehört Stoemp, ein Kartoffelpüree mit Gemüse, zu dem Wurst, Blutwurst, Speck oder ein Spiegelei serviert werden.

In Lüttich kommen Boulets liégeois auf den Tisch, Bällchen aus Hackfleisch in einer süßen Sauce aus Lütticher Sirup und Zwiebeln. Zu den Lütticher Spezialitäten gehört auch Péket, ein mit Wacholderbeeren hergestellter Branntwein.