Hohes Venn und Ostbelgien
Hochmoor, Botrange und Wanderwege im Osten Belgiens
Das Hohe Venn ist ein Hochmoorplateau im Osten Belgiens, nahe der Grenze zu Deutschland. Holzstege führen über das Moor, am Signal de Botrange liegt der höchste Punkt des Landes. Bei Brandgefahr gelten Sperrungen, nach dem Brand vom August 2026 war ein Teil des Plateaus am 20. Oktober 2026 weiterhin gesperrt.
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Hochmoor und Naturpark
Das Hohe Venn ist eine Hochmoorlandschaft auf einem Plateau im Osten Belgiens. Die Moore entstanden vor rund 10.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit, das Klima ist rau und das Plateau häufig neblig. Mit 694 Metern liegt hier der höchste Punkt Belgiens, bekanntester Aussichtspunkt ist das Signal de Botrange. Das Naturschutzgebiet steht seit 1957 unter Schutz und ist das älteste in Wallonien.
Das Moor gehört zum Naturpark Hohes Venn-Eifel, der seit 1971 besteht und zwölf deutsch- und französischsprachige Gemeinden umfasst, darunter Eupen, Malmedy, Waimes, Bütgenbach und St. Vith. Das Naturparkzentrum Botrange in Waimes zeigt Ausstellungen zu Tieren und Pflanzen des Venns, bietet geführte Wanderungen an und verleiht E-Bikes.
Zugang, rote Flagge und Sperrungen
Bei hoher Waldbrandgefahr hisst das Département de la Nature et des Forêts des Service public de Wallonie (SPW) die rote Flagge. Dann sind bestimmte empfindliche Bereiche des Naturschutzgebiets gesperrt, Schilder stehen an den Zugängen der betroffenen Wege, und Karten zeigen die gesperrten Abschnitte. Im Jahr 2026 galt die rote Flagge vom 23. April bis zum 4. Mai. Eine grüne Fahne steht für den normalen Zugang.
Am 14. August 2026 brach im Hohen Venn ein großer Brand aus. Die Wallonische Regierung untersagte daraufhin das Betreten von Wäldern und Naturreservaten in den Forstbezirken Verviers, Malmedy und Elsenborn. Am 20. Oktober 2026 war das direkt betroffene Gebiet weiterhin vorübergehend geschlossen, große Teile des Plateaus und seiner Umgebung waren zugänglich. Über den aktuellen Zugang informieren der SPW Environnement und das Naturparkzentrum Botrange.
Unabhängig davon gelten im Naturpark feste Verhaltensregeln des Département de la Nature et des Forêts. Wanderer und Radfahrer bleiben auf den markierten Wegen, einzelne Ruhezonen sind gesperrt. Fahrräder und Reiter sind auf Waldwegen erlaubt, schmale Wanderpfade und Holzstege bleiben Fußgängern vorbehalten. Hunde sind an der Leine auf dem Großteil des Gebiets erlaubt, Bereiche ohne Hunde sind vor Ort gekennzeichnet. Feuer, Camping außerhalb der vorgesehenen Plätze und Drohnenflüge über den Naturschutzgebieten sind verboten. Jagdtermine und weitere Sperrungen zeigt der Wanderroutenplaner von Ostbelgien.
Wandern und Radfahren im Hohen Venn
Viele Wege im Venn verlaufen über Holzstege, die das Landschaftsbild prägen. Neben Rundwegen gibt es Familienwanderungen sowie Strecken, die sich mit Kinderwagen oder Rollstuhl nutzen lassen. Die Venntrilogie ist eine Wanderung in sechs Etappen.
Für Radfahrer führt die Vennbahn auf 125 Kilometern in sechs Etappen durch die Region. Der Stoneman Arduenna ist eine Mountainbike-Strecke von 176 Kilometern, und am Naturparkzentrum Botrange beginnt eine Moor-Route für Radfahrer.
Ostbelgien mit Eupen und St. Vith
Die Deutschsprachige Gemeinschaft, auch Ostbelgien genannt, ist für die Gemeinden der Provinz Lüttich zuständig, die das deutsche Sprachgebiet bilden. Sie hat ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Das touristische Ostbelgien reicht weiter: Es umfasst auch Malmedy und Waimes, wo Französisch gesprochen wird.
Im Norden prägen Hecken, Wiesen, Gutshöfe und Burgen das Eupener Land und das Göhltal. Im Süden liegen Venndörfer mit hohen Schutzhecken und die Täler von Warche, Amel und Our. Auch auf dem Gebiet der Stadt Spa gibt es Venngebiete wie die Fagne de Malchamps.
Anreise und Aufenthalt
Mit der Bahn ist Verviers Central ein Zugang zur Region, Busse führen weiter. Mit dem Auto erreicht man das Venn über die N68 und die N676. Eine Stadtbasis wie Lüttich oder Spa lässt sich mit Tagesausflügen verbinden, ein Ferienhaus oder ein Platz auf einem Campingplatz in einem der Venndörfer liegt näher an den Wegen. Nebel und raues Klima machen das Wetter zu einem Teil der Tagesplanung. Das Venn lässt sich mit einer Reise in die Ardennen verbinden, etwa nach Durbuy oder La Roche-en-Ardenne.