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Genter Altar

Das vielteilige Altarbild von 1432 steht in der St.-Bavo-Kathedrale in Gent.

Der Genter Altar, im Niederländischen Lam Gods genannt, ist ein vielteiliges Altarbild der Brüder Hubert und Jan van Eyck. Er wurde 1432 in der heutigen St.-Bavo-Kathedrale in Gent aufgestellt. Ein Besucherzentrum in der Kathedrale verbindet den Blick auf das Original mit einem AR-Rundgang in der Krypta.

Inhalt

Das Werk der Brüder van Eyck

Der Genter Altar ist ein vielteiliges Altarbild in der St.-Bavo-Kathedrale in Gent. Im Niederländischen heißt er Lam Gods, nach der Anbetung des Lammes auf der mittleren Tafel. Nach einem Vierzeiler auf dem Rahmen begann Hubert van Eyck die Arbeit, sein Bruder Jan vollendete sie im Auftrag von Joos Vijd. Am 6. Mai 1432 wurde der Altar in der Kapelle aufgestellt, die Vijd und seine Frau Elisabeth Borluut gestiftet hatten.

Welche Teile Hubert und welche Jan malte, ist nicht abschließend geklärt. Bei der Restaurierung wurde auf den Ehrentüchern hinter Maria und Johannes dem Täufer der Name Lubrect entziffert, eine alte Schreibweise für Hubrecht, zusammen mit seinem Todesdatum. Daraus lässt sich ableiten, dass Jan das obere Register als Andenken an seinen verstorbenen Bruder malte.

Wege des Altars durch die Jahrhunderte

Die Geschichte des Altars ist von Kriegen, Feuer und Diebstahl geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er in die Vijd-Kapelle zurück, 1986 kam er in die Villa-Kapelle. Heute steht er in der Sakramentskapelle der Kathedrale. Die Tafel der Gerechten Richter ist eine Kopie.

Die Restaurierung

Seit 2012 restauriert das Königliche Institut für das Kunsterbe den Altar in mehreren Phasen. Bei den Außenflügeln zeigte sich, dass fast 70 Prozent der Oberfläche übermalt waren. Zum ersten Mal seit dem 16. Jahrhundert ist die ursprüngliche Malschicht der van Eycks wieder zu sehen, darunter der freigelegte Kopf des Lammes.

Seit dem 3. Mai 2023 läuft die dritte und letzte Phase. Die sieben Tafeln des oberen Registers mit Gottvater, Maria, Johannes dem Täufer, den singenden und musizierenden Engeln sowie Adam und Eva befinden sich dafür im Museum voor Schone Kunsten in Gent. Dort arbeiten die Restauratoren von Dienstag bis Freitag in einem Atelier hinter Glas, am Wochenende werden die Tafeln ausgestellt. In der Kathedrale ersetzen Farbfotos diese Tafeln; im Oktober 2026 ist die Restaurierung noch nicht abgeschlossen.

Besuch und AR-Rundgang

Das Besucherzentrum liegt in der Kathedrale. Der AR-Rundgang in der Krypta dauert etwa 60 Minuten und endet vor dem Altar. Zur Wahl stehen die Varianten Standard, Master of Detail und Kids für Kinder von 6 bis 10 Jahren. Der Rundgang ist in neun Sprachen verfügbar, darunter Deutsch; die Kids-Variante gibt es nur auf Niederländisch, Französisch und Englisch. Wer nur den Altar sehen möchte, plant etwa 25 Minuten ein. Menschen mit starker Neigung zu Epilepsie wird vom AR-Rundgang abgeraten.

Die Kathedrale ist montags bis samstags von 8:30 bis 17:30 geöffnet, sonntags von 13:00 bis 17:30; der Zugang zum Altar schließt montags bis samstags um 17:00. Das Besucherzentrum öffnet montags bis samstags um 10:00, sonntags um 13:00, der letzte Einlass zum AR-Rundgang ist um 16:00. Am 1. Januar ist geschlossen. Eine Rampe führt zum Eingang, ein Aufzug in die Krypta, neben der Krypta gibt es eine barrierefreie Toilette. Tickets und Bedingungen nennt die Besucherseite der Kathedrale.

Anreise in Gent

Vom Bahnhof Gent-Sint-Pieters fährt die Straßenbahn T3 bis Vogelmarkt, von dort sind es fünf Minuten zu Fuß. Vom Bahnhof Gent-Dampoort fahren die Busse 10 und 11 bis Korenmarkt, zu Fuß dauert der Weg etwa eine Viertelstunde. Die Innenstadt innerhalb des Rings ist seit dem 1. Januar 2020 eine Umweltzone. Parkhäuser liegen am Vrijdagmarkt, am Reep und an Sint-Michiels.

Der Altar lässt sich gut mit einem Stadtbesuch in Gent oder einem Ausflug nach Brügge verbinden. Weitere Ziele stehen in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.