Zitadelle von Dinant
Die Festung über der Maas erzählt mehr als 1.000 Jahre Geschichte.
Die Zitadelle von Dinant steht auf einem Felsen mehr als 100 Meter über der Maas. Die heutige Festung entstand zwischen 1818 und 1821 unter niederländischer Herrschaft. Ein Rundgang mit dem HistoPad führt durch Kasernen, Galerien und Höfe und zeigt die Geschichte des Ortes bis zu den Kämpfen im August 1914.
Inhalt
Festung über der Maas
Die Zitadelle von Dinant steht auf einem Felssporn mehr als 100 Meter über der Maas und überragt die Altstadt von Dinant mit der Stiftskirche Notre-Dame. Die Anlage, die heute zu besichtigen ist, bauten die Niederländer zwischen 1818 und 1821. Seit 1948 ist sie im Besitz derselben Familie, die sie privat als Ausflugsziel betreibt.
Von der Burg zur Zitadelle
Im Jahr 1051 entstand auf dem Felsen eine Burg der Fürstbischöfe von Lüttich, die Stadt und Maasübergang schützen sollte. 1466 nahmen burgundische Truppen unter Karl dem Kühnen Dinant ein und zerstörten Stadt und Burg weitgehend. 1525 wurde die Festung wieder aufgebaut. 1675 besetzten Truppen Ludwigs XIV. die Stadt und verstärkten die Verteidigung nach den Grundsätzen Vaubans; vor ihrem Abzug zerstörten sie die Anlage 1702 und 1703.
Nach dem Ende Napoleons gehörte Dinant zum Vereinigten Königreich der Niederlande, das die heutige Festung errichtete. 1877 wurde sie entmilitarisiert, ein Jahr später kaufte sie ein privater Eigentümer, um sie für Besucher zu öffnen. Am 15. August 1914 kämpften französische und deutsche Soldaten in und um die Zitadelle, am 23. August 1914 töteten deutsche Truppen in der Stadt 674 Zivilisten. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg diente die Anlage unter anderem als Beobachtungsposten, Dinant wurde am 7. September 1944 befreit.
Rundgang mit dem HistoPad
Der Besuch ist ein freier Rundgang durch Kasernen, Galerien, Höfe und Verteidigungswerke aus der niederländischen Zeit. Seit 2025 begleitet ihn das HistoPad, ein Begleiter mit erweiterter Realität, der im Eintritt enthalten und in acht Sprachen verfügbar ist. An 13 Zeitportalen zeigt er Rekonstruktionen, etwa der niederländischen Festung, des Alltags der Garnison und der Ereignisse im August 1914.
Spielplätze und Terrassen ergänzen die Anlage, für Kinder gibt es ein Heft mit Spielaufgaben. Angeleinte Hunde sind erlaubt.
Aufstieg und Seilbahn
Die Seilbahn, die fast sieben Jahrzehnte lang den Fuß der Stiftskirche mit der Zitadelle verband, ist seit Oktober 2025 außer Betrieb. Sie wird vollständig erneuert, einen Termin für die Wiedereröffnung hat der Betreiber bis Oktober 2026 nicht genannt. Die Zitadelle selbst bleibt zu den üblichen Zeiten geöffnet.
Zu Fuß führt eine Treppe mit 408 Stufen aus dem Jahr 1577 von der Innenstadt hinauf. Vom Bahnhof Dinant sind es etwa 250 Meter bis zum Fuß der Zitadelle. Mit Auto, Reisebus oder Rad geht es über die Straße zum oberen Eingang am Chemin de la Citadelle. Dort liegen zwei kostenlose Parkflächen für Autos und Reisebusse mit Ladesäulen für Elektroautos und ein Fahrradständer. Bis zur Autobahn E411 Brüssel-Luxemburg, Ausfahrt 20, sind es 9 Kilometer.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität gelangen nur über den oberen Eingang auf das Gelände; an der Pforte ruft eine Klingel das Personal. Teile der Festung haben unebenes Pflaster und starke Steigungen, der Bereich des eingestürzten Unterstands ist für Rollstühle nicht zugänglich.
Öffnungszeiten und Tickets
Die Zitadelle ist das ganze Jahr täglich geöffnet, von April bis September von 10:00 bis 18:00 und von Oktober bis März von 10:00 bis 16:30. Einzelbesucher kaufen ihre Tickets an den Kassen oben und unten an der Zitadelle. Online gibt es Tickets nur in der Hochsaison und mit mindestens 24 Stunden Vorlauf. Das Kombiticket 3-in-1 schließt eine Bootsfahrt von 45 Minuten auf der Maas zwischen Dinant und Anseremme ein. Preise und Zeiten nennt die Seite Tarife und Öffnungszeiten.
Flussabwärts liegt Namur mit einer weiteren Zitadelle über der Maas. Im weiteren Sinn zählt Dinant zum Raum der Ardennen. Weitere Ziele stehen in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.