Dinant
Stadt zwischen Maas und Kalkfelsen
Dinant liegt in Wallonien auf einem schmalen Landstreifen zwischen der Maas und hohen Kalkfelsen. Unter der Zitadelle steht die Stiftskirche Notre-Dame mit ihrem Zwiebelturm, in der Stadt erinnern Stationen an Adolphe Sax, den Erfinder des Saxophons. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Ausflüge im Maastal.
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Dinant im Maastal
Dinant ist eine Stadt im Süden Walloniens. Sie erstreckt sich auf einem schmalen Landstreifen am Ufer der Maas, unmittelbar unter hohen Kalkfelsen. Die Stadt gehört zum Maasgebiet Explore Meuse am Rand der belgischen Ardennen. Ihre Geschichte ist von Zerstörungen geprägt: 1466 plünderten burgundische Truppen unter Karl dem Kühnen die Stadt, am 23. August 1914 wurden in Dinant 674 Menschen erschossen und rund 1100 Häuser zerstört.
Altstadt und Stiftskirche am Maasufer
Die Stiftskirche Notre-Dame steht direkt unter dem Felsen. Nachdem 1228 ein Felsbrocken auf den Vorgängerbau gestürzt war, entstand bald darauf ein gotischer Neubau. Den Zwiebelturm erhielt die Kirche 1566, nach dem Brand von 1914 wurde er 1926-1927 in derselben Form wiederaufgebaut.
Die Maasbrücke ist eine Spannbetonbrücke von 1953 und Charles de Gaulle gewidmet, der am 15. August 1914 in Dinant verwundet wurde. Am Flussufer steht der Rocher Bayard, eine schmale Felsnadel. Der Legende nach erklomm das Ross Bayard mit den vier Haimonskindern auf der Flucht den Felsen, ein hufeisenförmiger Abdruck soll von ihm stammen.
Adolphe Sax wurde am 6. November 1814 in Dinant geboren. An seinem Geburtshaus in der Rue Sax 37 erklärt die Maison de Monsieur Sax als Informationszentrum sein Leben und seine Instrumente. Der Rundgang Sax and the City verbindet Stationen in der Stadt. Bekannt ist Dinant außerdem für das Gebäck Couque und die Dinanderie, das traditionelle Metallhandwerk der Stadt. Die Abtei Leffe in Dinant geht auf ein 1152 gegründetes Priorat zurück, das gleichnamige Bier wird dort nicht gebraut.
Zitadelle über der Stadt
Die Zitadelle von Dinant erhebt sich auf dem Felsen über der Stiftskirche. Ihre heutige Form entstand 1818-1821 während der niederländischen Herrschaft. Zu Fuß führt eine Treppe mit 408 Stufen aus der Innenstadt hinauf, mit Auto oder Rad erreicht man den oberen Eingang über die Straße. Im Oktober 2026 war die Seilbahn wegen einer großen Renovierung geschlossen, die Festung selbst blieb geöffnet. Aktuelle Hinweise gibt der Betreiber der Zitadelle.
Ausflüge im Maastal
Explore Meuse umfasst elf Gemeinden an der Maas, darunter Anhée, Yvoir, Hastière, Profondeville und Namur flussabwärts im Norden. Burgen und Festungen stehen dort auf Felsen über dem Tal. Südöstlich von Dinant liegt in Han-sur-Lesse die Grotte de Han, eine Tropfsteinhöhle mit unterirdischem Fluss. Zum selben Gelände gehört ein Tierpark mit Braunbär, Wolf, Bison, Luchs und Vielfraß.
Anreise und Aufenthalt
Dinant hat zwei Bahnhöfe, in der Stadt und in Anseremme. Direkte Züge fahren nach Namur und weiter nach Brüssel, in der Gegenrichtung nach Libramont mit Anschluss nach Luxemburg. Vom Bahnhof Dinant sind es rund 250 Meter bis zum Fuß der Zitadelle. Die Autobahn E411 Brüssel-Luxemburg ist über die Ausfahrt 20 rund neun Kilometer entfernt.
Seit dem 1. Juni 2024 ist das Parken in der Stadt für Besucher stundenweise gebührenpflichtig und wird an allen Tagen von 9 bis 17 Uhr kontrolliert. Wohnmobile dürfen nicht auf der Place d'Armes und dem Casino-Parkplatz stehen, die Stadt Dinant verweist auf die Campingplätze von Dinant und Villatoile. Zwischen Leffe und Anseremme verläuft ein fast durchgehender Radweg im Tal. Weitere Hinweise stehen unter Unterwegs in Belgien und Camping, weitere Ziele unter Orte.