Leuven
Universitätsstadt mit gotischem Rathaus und Beginenhof
Leuven, deutsch Löwen und französisch Louvain, ist eine flämische Universitätsstadt, deren Hochschule Papst Martin V. im Jahr 1425 gründete. Am Grote Markt stehen das gotische Rathaus und die spätgotische Sankt-Peterskirche; der Große Beginenhof gehört zum UNESCO-Welterbe.
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Leuven, Löwen und Louvain
Leuven (deutsch Löwen, französisch Louvain) liegt in der Provinz Flämisch-Brabant in Flandern. Papst Martin V. gründete die Universität mit einer Bulle vom 9. Dezember 1425. 1968 wurde die zweisprachige Hochschule nach Sprachen geteilt, in die niederländischsprachige KU Leuven und die französischsprachige UCLouvain. Die UCLouvain verließ Leuven; in der Wallonie nahm die Gemeinde Ottignies sie auf, und auf einem Gelände am Rand der Stadt entstand Louvain-la-Neuve. Leuven und Louvain-la-Neuve sind daher zwei verschiedene Orte.
Grote Markt, Rathaus und Sankt-Peterskirche
Um 1450 war der Grote Markt ein neuer Platz, auf dem Handwerker ein und aus gingen. Zur gleichen Zeit wie die Sankt-Peterskirche entstand hier das gotische Rathaus. Der Bau dauerte 30 Jahre und hatte drei Baumeister; danach wurde das Gebäude immer wieder umgebaut und restauriert, vor allem im 19. Jahrhundert. Wegen Renovierung ist das Rathaus bis einschließlich 2029 nicht zu besichtigen. Bis zum Sommer 2027 steht ein Gerüst um das Gebäude, die Fassade ist mit einer Plane verdeckt.
Die Sankt-Peterskirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist ein Beispiel der spätgotischen Architektur. Ihre Türme wurden wegen des instabilen Bodens nie vollendet. Nach einer vollständigen Restaurierung öffnete die Kirche 2020 mit einer neuen Museumsausstellung wieder. Zu ihren Kunstschätzen gehören Werke des flämischen Primitiven Dieric Bouts, das Triumphkreuz von Jan Borman und das Prunkgrab Heinrichs I. Bis einschließlich 31. März 2027 ist die Kirche geschlossen.
Großer Beginenhof
Der Große Beginenhof stammt aus dem 13. Jahrhundert. In seiner Blütezeit im 17. Jahrhundert lebten dort etwa 360 Beginen. Gassen, Plätze, Gärten und Parks bilden ein Netz um die Kirche Sint-Jan-de-Doper, an dem Häuser und Konvente aus Sandstein liegen. Heute gehört die Anlage der KU Leuven; Studierende, internationale Gastprofessoren und Mitarbeitende der Universität wohnen hier. Seit 1998 gehört der Große Beginenhof zusammen mit zwölf weiteren flämischen Beginenhöfen zum UNESCO-Welterbe. Er ist frei zugänglich.
Universität im Stadtbild
Die Universitätsbibliothek am Ladeuzeplein ersetzt die im Ersten Weltkrieg zerstörte alte Bibliothek. Sie wurde zwischen 1921 und 1928 mit amerikanischen Mitteln im Stil der Neorenaissance errichtet; Besucher sehen den Lesesaal und steigen auf den Turm mit Blick über die Stadt. Die Universitätshalle war ursprünglich eine Tuchhalle und dient seit 1425 der Universität.
Entlang der Naamsestraat folgen historische Kollegs, die einst gebaut wurden, um bedürftigen Studenten Unterkunft und Lebensunterhalt zu bieten, darunter das Atrecht-, das Heilig-Geist- und das Van-Dale-Kolleg. Den Kräutergarten (Kruidtuin) legte die Universität 1738 für ihre Medizinstudierenden an. Auf dem Oude Markt reihen sich die Terrassen der Cafés aneinander; der Platz ist Treffpunkt der Stadt und ihrer Studierenden.
Anreise und Ausflüge
Seit dem 7. September 2026 halten in Leuven ICE-Züge der Deutschen Bahn, die Köln über Aachen und Lüttich ohne Umstieg mit Brussels Airport und Antwerpen verbinden. Vom Bahnhof bis zum Grote Markt sind es rund 1,1 Kilometer; das Zentrum lässt sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Weitere Wege nach Belgien beschreibt die Seite Anreise.
Am Stadtrand in Heverlee liegt die Parkabtei. Ihr Gelände mit Abteigebäuden, Teichen, Wiesen und Friedhof ist täglich frei zugänglich. Ebenfalls am Stadtrand steht das neugotische Schloss Arenberg, das der Herzog 1917 der Universität schenkte. Brüssel und Mechelen lassen sich mit Leuven zu einer Reise durch mehrere Städte verbinden; weitere Ziele stehen unter Orte.